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Zu Fuss über elf Pässe von Ulrichen nach Bivio

Remarque : Cet article est disponible dans une langue uniquement. Auparavant, les bulletins annuels n'étaient pas traduits.

Von Fritz Gerber

( Brig ) Ulrichen-Cornohütte Wie wir an einem heissen Julitag in Ulrichen ( 1351 m ) aus der Furka-Oberalp-Bahn steigen, wagen wir nicht zu hoffen, dass uns zehn sonnenreiche Tage, getrübt nur durch zwei kurze Gewitterregen, eine solche Fülle von Eindrücken vermitteln werden.

Im sanft ansteigenden Eiginental marschieren wir bereits unserem ersten Erlebnis entgegen. Zwei Hirten, einen mächtigen Stier an den Stricken, unterhalten sich mit einem Bauern. Erst als wir, das Tier fast streifend, die Gruppe passieren, gewahrt uns der eine und gibt uns entsetzt zu verstehen, einen Bogen zu machen, da der Stier « stossend » sei, kürzlich einen Jungbauern überfallen habe und nun dem Schlächter zugeführt werden müsse. Doch schon haben wir die Gruppe hinter uns und keinen Grund mehr, uns über die Gefährlichkeit des grimmigen Gesellen weiter aufzuhalten.

Die ersten Murmeltierpfiffe ertönen, und längs dem geschickt in der Trasse der Hochspannungsleitung angelegten Fussweg erreichen wir nach zwei- einhalb Stunden das Zollhaus. Steiler wird der Weg, doch dank unserer konsequent durchgeführten Stundenhalte sind wir trotz der Vollpackung ohne fühlbare Ermüdung nach zwei weiteren Stunden auf dem Griespass ( 2460 m ). Ein kurzer Blick auf das Grieshorn, und weiter geht 's, über leicht welliges Gelände am Cornosee vorbei. Die bekannten Gipfel des Blindenhorns ( jetzt Binnenhorn genannt ) und des Nufenenstockes sind klar sichtbar. Fast unbemerkt überschreiten wir nach einer weiteren knappen Stunde die Schwelle der Cornohütte ( 2491 m ).

Cornohütte-Cristallinahütte Wir wissen, dass uns ein strenger Tag bevorsteht, und haben die Absicht, früh aufzubrechen. Vom freundlichen Hüttenwart aus dem Bedrettotal lassen wir uns jedoch bewegen, die beabsichtigte Route über den Passo Grandinagia ( 2694 m ) und die Forcla di Cristallina ( 2583 m ) aufzugeben und den kürzeren, aber gebirgigeren Weg über die seit dem letzten Aktivdienst bestehenden Pfade und den Ghiaccaio di Vallegia einzuschlagen. Wir brechen deshalb etwas später auf und erreichen nach eineinviertel Stunden das Schweizer Zollhaus auf dem Passo di San Giacomo ( 2315 m ). Ein Abstecher zu dem eine Viertelstunde entfernten italienischen Zollgebäude, ein Blick auf das von Domodossola über Formazza zur Passhöhe hinaufführende Autosträsschen, und weiter geht 's. An abschüssigen Stellen bieten uns solid verankerte Stahlseile genügend Halt, und ohne uns stark auszugeben, erreichen wir nach drei weiteren Stunden den Rand des Gletschers. Einsetzender Regen und das um diese Zeit in seinem oberen Teil ziemlich zerrissene Eisfeld lassen es uns im Hinblick auf unsere einfache Ausrüstung ratsam erscheinen, in die ursprünglich vorgesehene Route einzubiegen. Schwer fällt uns allerdings der Entschluss, über die Gletscherzunge Richtung Lago Bianco abzusteigen. Auf nur teilweise sichtbarem Pfad folgen sich weitere Auf- und Abstiege, bis wir nach der letzten, langen Steigung entlang dem in kahlem Felsgebiet eingebetteten und nun in abendlicher Stille sich spiegelnden Gebirgssee Lago Sf undau die Forcla passieren. Die Zeit eilt, und die zahlreichen Höhendifferenzen melden sich. Sehr müde wünschen wir knapp vor einbrechender Dunkelheit der Custade in der Cristallinahütte einen guten Abend.

Fast von einem Dämmern zum andern waren wir in diesen zerklüfteten Tessiner Bergen unterwegs, ohne — obschon es Sonntag war — auch nur einem einzigen Menschen zu begegnen. Einsame Bergwelt!

Ruhetag in der Cristallinahütte ( 2350 m ) Ohne darüber gesprochen zu haben, betrachteten wir es beim Erwachen als selbstverständlich, heute zu ruhen.

In der kristallreichen Umgebung der schön gelegenen und gut ausgebauten Hütte vergeht der sonnige Tag im Nu. Mit den rasch wechselnden Hüttengästen werden Pläne besprochen, die sich in Griffnähe stolz erhebende, viel bestiegene Cristallina oft gemustert, und schon ist es Zeit, die Lagerstätte aufzusuchen.

Cristallinahütte-Piora Als wir um 4 Uhr in den sternenklaren Morgen hinaustreten, gesellt sich ein Tourist mit gleichem Tagesziel zu uns, ein lieber Mensch, ein grosser Tierfreund, auf der Suche nach Schnee- und Steinhühnern sowie anderem seltenen Gefieder.

Nach kurzem Abstieg geht 's dem Passo di Naret ( 2443 m ) zu. Von der Hütte aus ist die Passhöhe für bepackte Touristen in anderthalb Stunden auf bequemem Weg gut erreichbar. Unmittelbar nach dem Übergang breitet sich vor uns der Naretsee im strahlenden Morgenlicht aus. Eingebettet zwischen Bergketten, deren Spiegelbild sich im klaren Wasser zeigt, ist er mit seiner Umgebung ein Stück Heimat, wie es unsere voralpine Gebirgswelt kaum schöner zu bieten hat.

In teilweise sehr steilem Abstieg geht es dann der jungen Maggia entlang bis zur ersten Alphütte, und weiter, auf schmalem Hangweg wieder ansteigend, dem Passo Sassello ( 2339 m ) zu. Anderthalb Stunden unter der Passhöhe treffen wir die ersten Edelweiss, die in grosser Zahl mit Hauswurz und andern Alpenblumen einen wahren Garten bilden, wie er in dieser Pracht selten anzutreffen ist.

Als wir kurz vor Mittag auf der Passhöhe rasten, zeigt sich uns der Abstieg über die Alp Prato nach Piotta ( 1012 m ). Unser Tierforscher bekommt leider auch in den obersten, felsigen Partien diesseits und jenseits des Passes keine der gesuchten Hühner zu Gesicht, und nur der einfache Ruf des Wasser-piepers stört hie und da die wohltuende Stille. Tiefer, immer tiefer geht es, und um 16.30 Uhr erreichen wir das ersehnte Piotta.

Bevor wir uns auf steilem Schienenstrang mit der Seilbahn neben der Druckleitung des bekannten Kraftwerkes nach dem auf 1800 m gelegenen Piora hinaufziehen lassen, bleibt uns reichlich Zeit, das mannigfaltig Schöne, das uns dieser Tag schenkte, im Geiste nochmals zu erleben, vorab immer wieder die Morgenstimmung am Naretsee und die Blumen am Sassellopass.

Plora-(Campo Blenio)-Olivone Sechs Stunden Marsch, am Lago Ritom, Lago Tom und Lago Cadagno vorbei, über den Passo Sole ( 2381 m ) nach Campo Blenio, ist für bepackte Touristen entschieden zu kurz bemessen. Der sie uns genannt und, wie er sagte, selbst abgeschritten hat, war wohl ohne Rucksack und in guter Kenntnis des kürzesten Weges aufgebrochen.

Über die Alp Piora, wo wir die maschinell eingerichtete Käserei und Butter-fabrik, in welcher die Milch von ca. 300 Kühen verarbeitet wird, besichtigten, wandern wir an der Cadagnohütte vorbei der Passhöhe zu. Aus dem Weidgebiet über den felsigen Übergang, der auf gutem Wege leicht erreichbar ist, steigen wir auf der andern Seite zur LukmanierPasshöhe ab. Fels und Weide werden abgelöst durch prächtigen Lärchenwald, in dessen Schatten zahlreiche Autos und aufgeschlagene Zelte davon zeugen, wie geschätzt dieses Gebiet für Schönwetterferien im Freien ist.

Eine Stunde Marsch auf der heissen Lukmanierstrasse verdriesst uns nicht, und nach fünf Stunden, seit dem Aufbruch in Piora, passieren wir Acquacalda. Wenig erfreut sind wir von der Mitteilung, dass bis Campo Blenio mit weiteren vier Stunden gerechnet werden müsse. Da wir bereits vom bisherigen Wandern etwelche Müdigkeit verspüren und die morgen auf uns wartenden Anforderungen ahnen, beschliessen wir, den längeren, aber müheloseren Weg über Olivone zu wählen. Wir beziehen dort Nachtquartier und gehen im Wissen, die Marschzeit des nächsten Tages um anderthalb Stunden verlängert zu haben, noch bei Tageshelle zur Ruhe.

Olivone-Zervreila Lange, schwer, doch schön wird dieser Tag sein, und deshalb haben wir das Gasthaus bereits verlassen, als die Uhr des Städtchens halb 4 Uhr schlägt. In der dämmerigen Stille steigen wir auf dem Autosträsschen aufwärts, und schlags 5 Uhr sind wir mitten im Alpdörfchen Campo Blenio.

Wir haben Glück; ein Wildhüter trifft mit uns zusammen, als ob er auf uns gewartet hätte. Zwei Stunden führt uns der gemeinsame Weg am schäumenden Nebenfluss des Brenno entlang durch wuchtigen Lärchenwald und an nach Harz duftenden Holzlagern vorbei, das Val Luzone hinauf. Als wir uns bei Al Sasso von diesem sehnigen Gebirgssohn trennen, wird unser Weg steiler, und nach Passieren der letzten Ziegenunterschlüpfe im oberen Teil des pfadlosen, felsigen Val Scaradra sind wir ganz auf die Karte angewiesen. Leider ist dieselbe ( Beilage zum Jahrbuch des SAC, Band LVI 1921 ) gerade an diesen entscheidenden Stellen ungenau. Wir suchen als Folge davon den Passo di Sorreda ( 2770 m ) zu sehr gegen den Plattenberg hin, während er mehr in der Richtung des Piz Casinell liegt. Natürlich ist auch die Vergletscherung der ganzen Umgebung seit der Kartenaufnahme ganz wesentlich zusammengeschrumpft.

Wir müssen uns hier ganz auf unseren Instinkt verlassen. Schritt um Schritt ringen wir dem sehr steilen, rutschigen Blockgewirr unter dem Passübergang ab und treffen — welche Überraschung — in den obersten Partien mit einem Ziegenhirt zusammen, der hier mit seinem Begleiter, einem prächtigen Schäferhund, verstiegene Geissen herunterholt. Er zeigt uns für die letzten hundertfünfzig Meter den gangbarsten Aufstieg, und wir glauben ihm, als er erzählt, zwei Touristen hätten vor ein paar Tagen in der Nähe biwakieren müssen, da sie den Übergang nicht fanden; denn dieser ist wirklich etwas anderes, als was man sich so allgemein unter einem Pass vorstellt.

Achteinhalb Stunden nach unserem Abmarsch in Olivone wird nach einer kurzen Mittagsrast die Bündner Grenze überschritten. Auf abschüssigem Gelände folgen wir den roten Wegmarkierungen, teilweise in tiefen Einschnitten, durch das Valserrheintal bis zur Lampertschalp, das imposante Rheinwaldhorn im Rücken. Die Lentahütte müssen wir der vorgerückten Zeit wegen zur Seite lassen, und nach dreieinhalb Stunden nach dem Aufbruch von der Passhöhe erreichen wir Zervreila.

Zervreila! Lampertschalp! Sie werden vielleicht bald unter Wasser gesetzt sein...

Zervreila-Safien Platz Die ungestörte Nachtruhe in unserem allein bewohnten « Hotel », die strahlende Morgensonne, das belebende Kaltwasserbad und das « Complet » mit Geissmilch haben es fertiggebracht, dass wir uns, nicht sehr früh, aber vollständig frisch, unserem nächsten Ziel, dem Safiental zuwenden können.

Immer und immer wieder wendet sich unser Blick zurück gegen das Zervreilahorn, das dieser Sommersiedelung sein Gepräge gibt, ganz ähnlich wie das Matterhorn dem Bergdorf Zermatt.

Das leicht abfallende Bergsträsschen mit seinen Galerien und Tunnels, dessen längster mit 7 Fenstern über 200 m misst, hat uns aufgenommen und führt uns durch bärtigen Rottannenwald Vals zu. Wie als ein Ganzes hineingestellt, grüssen hoch über dem linken Ufer des Valserrheins die zahlreichen Alphütten und das Dörfchen Leis. Nach knapp 2 Stunden sind wir in Vals Platz, mit seinem inmitten des Friedhofes gelegenen Kirchlein und den kunstvoll geschmiedeten Grabkreuzen.

Kurze Rast, und schon sind wir wieder in gemächlichem Anstieg gegen den Tomülpass ( 2417 m ). Der Wegweiser gibt 6 Stunden an bis Safien Platz und, gemahnt durch unsere Rucksäcke, gewitzigt durch frühere Angaben und entschlossen, nicht nur zu gehen, sondern auch zu schauen, erhöhen wir stillschweigend diese Angabe auf 8 Stunden.

Bei hochstehender Julisonne nimmt uns nach anderthalbstündigem Aufstieg über frisch abgeerntete Matten der kühlende Rottannenwald auf. Lärchenwald löst ihn ab, und wo die letzte Steigung überwunden ist, stehen wir oberhalb der Waldgrenze wieder auf Weidgebiet. Linker Hand den Piz Tomül passieren wir die oberste Alphütte und erreichen in stiller Gegend nach vierstündigem Aufstieg die Passhöhe. Eine Erinnerungstafel weist darauf hin, dass internierte Polensoldaten in den ersten Jahren des vergangenen Krieges den ins Safiental hinunterführenden Weg angelegt haben. Bequem lässt uns dieser nach anderthalbstündigem Abstieg, im Schnittpunkt mit dem Splügenpass, das Tal der wilden Rabiusa erreichen. Gleichwohl sind wir recht froh, als wir uns knapp vor einem heftigen Gewitter, nach weiteren zwei Stunden in Safien Platz zu Speis und Trank niederlassen können. Beide Gasthöfe sind allerdings belegt, und erst nach einigen Schwierigkeiten und schon bei nächtlichem Dunkel finden wir eine andere Ruhestätte.

Safien Platz-Cresta Heute Morgen müssen wir, das erste Mal seit unserem Einstieg in Ulrichen, einen Blick in den Fahrplan werfen, denn am späten Abend wollen wir uns ein Stück weit fahren lassen. Dessen nicht ganz froh, aber auch nicht sehr traurig, wenden wir uns, als der Wind die letzten Morgennebel zerteilt hat, wieder ganz rüstig dem Glaspass ( 1853 m ) zu. Ein gut ausgebauter Wald-und Weidweg führt uns nach knapp 2 Stunden nach Inner- und nach einer weiteren Viertelstunde nach Ausser-Glas. Junger Lärchenwald und guter Weidwuchs wechseln miteinander, und im Hintergrund zeigt der 3000 m hohe Piz Beverin seine zackigen Gipfel.

Über Ober-Tschappina erreichen wir den Heinzenberg. Auf dem nun leicht fallenden Strässchen werden wir vom Postillon mit Vollbart, mit Wagen und Gaul eingeholt. Seine Aufmachung, auch ohne Posthorn, weckt Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten. In Unter-Tschappina, dem obersten Dörfchen am Heinzenberg, lassen wir uns vom freundlichen Posthalter sagen, dass dies die unterste seinerzeit vom Vals her besiedelte Ortschaft sei. Auf dem Strässchen nach Thusis hinunter zeigt sich am rechten Hang, tief im Wald eingebettet, die Burgruine Hochdachstein.

An diesem Samstagabend ist in Thusis reger Verkehr. Nach tagelangen ungestörten Wanderungen in der Bergwelt befinden wir uns nun auf staubiger Landstrasse und wenden uns der Via Mala zu. Bevor wir nach ziemlich steilem Anstieg eine in drohender Höhe die Strasse kreuzende Langholz-Seilbahn passieren, ist auf hoher Felswand jenseits des Hinterrheins die sagenumwobene Burgruine Hohen-Rätien sichtbar.

Nach einer guten Stunde Marsch nimmt uns bereits die erste Galerie auf. Eindrücklich wird man bei den folgenden wilden Schluchtpartien der Via Mala an das gleichnamige Buch und Drama erinnert.

Allmählich wird die Gegend wieder lieblicher, und zweieinhalb Stunden oberhalb Thusis erreichen wir das durch den wundervollen Innenausbau seiner Kirche berühmte erste romanische Dorf Zillis.

Mit zwiespältigen Gefühlen, denn das Klettern und Wandern war uns lieb geworden, rüsten wir uns zur Fahrt das Schams und Averstal hinauf nach Cresta. Über Andeer und die beiden an einstige Eisenfunde erinnernden Ferrera wird Kurve um Kurve passiert, und nach einer unvergesslichen Fahrt durch ein sehr schönes und waldreiches Hochtal am Val di Lei vorbei beziehen wir nach eingebrochener Dunkelheit auf 1963 m unser Nachtquartier.

Cresta-Bivio An diesem prächtigen Sonntagmorgen, der sich auch auf den Gesichtern der Feriengäste spiegelt, können wir uns, da das lockende Ziel nicht mehr sehr fern ist, vor dem Aufbruch noch einige gemütliche Stunden leisten. Heiss brennt dann allerdings die Sonne, da wir auf dem Strässchen nach Juf, in vollständig baum- und strauchloser Gegend, dem ersten Jeep begegnen. Durch kahl geschnittene Wiesen geht es an den mit frischem Heuduft erfüllten Scheunen über die Weiler Pürt und Juppa. Nach knapp zwei Stunden langen wir in Juf an, das mit seinen 2133 m wohl zu den höchst gelegenen Dörfchen Europas gereiht werden darf.

Eine kurze Rast, und schon sind wir in langsamem Anstieg zum Stallerberg ( 2584 m ). Wir begreifen jetzt, warum in Cresta und Juf das unvernünftige Pflücken von Edelweiss verboten ist; denn selten ist diese Alpenpflanze auch in dieser als sehr edelweissreich bekannten Gegend geworden. Die Murmeltiere sind dagegen zahlreich und fast zahm. Lange und wiederholt lassen sie sich bei ihrem Spiel betrachten, und bis fast zur Passhöhe hinauf sind wir inmitten ihrer Wohnungen. Nach eineinviertel Stunden ab Juf rasten wir auf dem Übergang des Stallerberges und bewundern die von hier aus sichtbaren Gipfel jenseits des Oberhalbsteins, unter denen der Piz d' Err sich besonders prächtig zeigt. Der Abstieg mitten durch zahlreiche aus dem Domleschg stammende Kuhherden ist nicht beschwerlich, und fünf Stunden nach unserem Aufbruch betreten wir in Bivio auf 1793 m den gepflästerten Julierpass.

Unter Einbezug des Ruhetages waren wir 9 1/2 Tage unterwegs und, obschon sich die täglichen Wanderungen bis zu 14 Stunden ausdehnten, keineswegs ermüdet.

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